Angepinnt Internationaler Fußball

      malenkov58 schrieb:

      In Anbetracht dieser Katatstrophe erscheinen unsere "Probleme" doch recht klein.


      Du sagst es, das ist ein wirklicher Schlag, den man nicht so leicht verkraftet und eine Tragödie für alle Angehörigen.

      ...und ja solche Unglücke erwecken stets mehr Aufmerksamkeit als Unfälle im Straßenverkehr, sind es doch eine Vielzahl mehr an Opfern, die mit einem Mal aus dem Leben gerissen werden.
      Allerdings ist unsere Rezeption und Bewertung von solchen Unglücken auch leider zu sehr getrübt und selektiv, wenn man zum Beispiel bedenkt, wie viele Boote dieses Jahr bereits im Mittelmeer untergegangen sind und wie viele Menschen da jedesmal ums Leben kamen.
      Kann einen schon ins Grübeln bringen, wie in unseren Gesellschaften die Tode vieler Menschen verschieden aufgenommen werden...

      Trotz dessen ist das jedenfalls ein riesiger Schock und eine Tragödie, vor allem für die Familien und Freunde der Opfer.

      Andere Länder

      Socke schrieb:

      malenkov58 schrieb:

      In Anbetracht dieser Katatstrophe erscheinen unsere "Probleme" doch recht klein.


      Du sagst es, das ist ein wirklicher Schlag, den man nicht so leicht verkraftet und eine Tragödie für alle Angehörigen.

      ...und ja solche Unglücke erwecken stets mehr Aufmerksamkeit als Unfälle im Straßenverkehr, sind es doch eine Vielzahl mehr an Opfern, die mit einem Mal aus dem Leben gerissen werden.
      Allerdings ist unsere Rezeption und Bewertung von solchen Unglücken auch leider zu sehr getrübt und selektiv, wenn man zum Beispiel bedenkt, wie viele Boote dieses Jahr bereits im Mittelmeer untergegangen sind und wie viele Menschen da jedesmal ums Leben kamen.
      Kann einen schon ins Grübeln bringen, wie in unseren Gesellschaften die Tode vieler Menschen verschieden aufgenommen werden...

      Trotz dessen ist das jedenfalls ein riesiger Schock und eine Tragödie, vor allem für die Familien und Freunde der Opfer.


      Man möchte sich so etwas hier gar nicht vorstellen...
      "Die Wahrheit kann ein Finger im Hals derer sein, die nicht darauf vorbereitet sind, sie zu hören"

      Dr. Sheldon Cooper/The Big Bang Theory

      Andere Länder

      Borussina schrieb:

      Dass dieses Unglück jetzt so in den Fokus rückt, hängt aber auch damit zusammen, dass die Fußballmannschaft ums Leben kam. Sonst wäre es leider auch nur eine Randnotiz geblieben - befürchte ich.


      Ja stimmt. Hier wäre das aber nicht anders, wenn ein Flieger einer EL/CL-Mannschaft verunglücken würde.
      "Die Wahrheit kann ein Finger im Hals derer sein, die nicht darauf vorbereitet sind, sie zu hören"

      Dr. Sheldon Cooper/The Big Bang Theory

      Borussina schrieb:

      Sonst wäre es leider auch nur eine Randnotiz geblieben - befürchte ich.

      Erwähnt worden wäre es in den Nachrichten glaube ich auch so, aber dann halt mit anderem Hintergrund und die ganzen Sportseiten hätten es dann natürlich nicht gebracht. Ereignisse und die Berichterstattung hängen da immer auch mit der Rolle in der Öffentlichkeit zusammen. Bei Michael Jackson trauerten damals rund 2 Milliarden Menschen um seinen Tod, bei sagen wir einem Menschen, der in New York in der Bronx erschossen wird, trauern nur Freunde und Familie.

      Das ist irgendwo auch verständlich, dass Personen oder andere Dinge der Öffentlichkeit dann auch mehr Aufmerksamkeit erzeugen. Wichtig ist, dass man da nicht versucht Vergleiche zu ziehen, denn das ist aus meiner Sicht der falsche Ansatz. Würden wir Menschen um jeden gestorbenen Menschen trauern oder an ihn kurz denken, dann würden wir jeden Tag des Lebens in Trauer verbringen.

      Wenn ich von solchen Ereignissen lese, dann denke ich für einen Moment an diese Menschen (aber an alle nicht nur wie in diesem Beispiel an die Fußballer) und dann geht es auch weiter. Der Tod begleitet uns in allen Lebenslagen und das mehrere Male im Leben. Da muss man seinen Weg finden, um damit umzugehen.

      Borussina schrieb:

      Dass dieses Unglück jetzt so in den Fokus rückt, hängt aber auch damit zusammen, dass die Fußballmannschaft ums Leben kam. Sonst wäre es leider auch nur eine Randnotiz geblieben - befürchte ich.


      Das ist es ja, was ich mit der selektiven Wahrnehmung meinte... Ist generell auch nicht als Vorwurf gemeint, da ich das auch bei mir selbst beobachten kann. Ist aber schon fragwürdig und macht einen irgendwie nachdenklich, auch wenn man weiß, dass Tragödien ähnlicher Art fast täglich oder wöchentlich auf dieser Welt passieren.
      Solche Ereignisse sind für alle Teil einer Statistik, wie man an den spontan - und richtig - gezogenen Vergleichen zu Straßenverkehrsopfern sieht.

      Für jeden einzelnen Betroffenen sind sie der Super-GAU. Und die Rezeption des Außenstehenden hängt ziemlich unmittelbar von seinem eigenen gegenwärtigen Erleben ab. Ich habe am Sonntag an einer Trauerfeier teilnehmen müssen (wie auch wollen, Ihr wisst, schon, wie's gemeint ist). Und die Vorstellung, wie viele das nach diesem Absturz nun auch vor sich haben, hat mich sehr mitgenommen.

      Ohne diese unmittelbare Nähe zu einem eigenen Erlebnis hätte ich, da bin ich mir (leider(?)) sicher, es als Randnotiz wahrgenommen. Oder die etwas erhöhte Aufmerksamkeit des Fußballfans erfahren. So aber beschäftigt mich die Meldung stark. Ganz unabhängig davon, wer da an Bord war.

      Und ich weiß jetzt schon, wie sehr viel nüchterner ich Ähnliches in nur ein paar Wochen aufnehmen werde. Ohne diesen Selbstschutz, würde ich über kurz oder lang durchdrehen oder es schon längst sein.

      So bin ich fasziniert und dankbar, wie uns die Natur eingerichtet hat.

      Mein Beileid allen Hinterbliebenen der Opfer des Absturzes und der vielen anderen Katastrophen, die jeden Tag geschehen ...
      Hat hier eigentlich jemand dieses bittere Eigentor des PSV-Keepers mitbekommen, der den Ball auf der Linie hält, ihn dann aber zum Aufstehen an die Brust und damit ins eigene Tor zieht?

      Daran werden sich alle Keeper gewöhnen müssen, denn früher wäre das vom Schiedsrichter nicht als Tor erkannt worden. Aber mit der Torlinientechnik ändert sich das und ist unbedingt zu beachten. Jeroen Zoet war bloß der erste Torhüter, dem diese Peinlichkeit passierte.
      ---China---

      Shanghai Shenhua hat einem Spieler nach einem brutalen Foul an dem belgischen Nationalspieler Axel Witsel das Gehalt für den Rest des Jahres gestrichen. [...] "Dieses abscheuliche Verhalten ist eine ernsthafte Verletzung der Ethik im Sport und beschädigt den Verein sowie den chinesischen Fußball", hieß es in der Mitteilung des Klubs. [...]
      Quelle: sz.de (Ticker).

      Rappzapp! Wat mut, dat mut!
      So geht sportliche Fairness - und sport-politisch natürlich auch ... mit DER Begründung! :lol:
      Die Ethik im Sport sollte immer an erster Stelle stehen, wie eben in China - jawoll!
      Gutes Beispiel - Danke! China. :dance:
      Dass es in China in die Hose gehen kann, wenn man seine Meinung nur allzu offenkundig preis gibt, sollte wenig überraschend sein. Dass einem selbiges auch im Fußball zum Verhängnis werden kann, zeigt der Fall von Schanghai IPG. Dort war der bis dahin teuerste "China-Transfer" (60 Millionen Euro) Oscar dos Santos Emboaba Júnior, kurz Oscar, für acht Spiele vom chinesischen Verband gesperrt worden, nachdem es während eines Matches zu einem wüsten Handgemenge kam.

      Weil sie sich nur allzu offenkundig mit ihrem Vereinskollegen solidarisierten, wurden nun der portugiesische Trainer des Vereins, Andre Villas-Boas, sowie der Brasilianer Hulk und der chinesische Nationalspieler Wu Lei für jeweils zwei Spiele vom eigenen Verein gesperrt. Dazu reichte bereits eine Erklärung in den sozialen Netzwerken, bzw. das Tragen eines T-Shirts mit entsprechender Aufschrift. Villas-Boas hatte in den sozialen Medien angemerkt, dass sich Oscar zuvor nie etwas zu schulden hatte kommen lassen, auch nicht in seiner Zeit in der Premier League.

      Da verstehen die Chinesen offensichtlich wenig Spaß. Wenn Auba wirklich dorthin wechselt, als jemand der selbst kein Kind von Traurigkeit ist, sollte er sich wohl darauf einstellen, dass es mit der Meinungsfreiheit nicht so weit her ist.

      Quelle: Sport1.de
      Deniz Naki (28), einst in Diensten des FC St. Pauli, rechnet damit, dass er in der Türkei noch ins Gefängnis muss - das sagte er der "Welt am Sonntag" (hier).

      Der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler wurde erst im April zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt - der Grund: angebliche "Terrorpropaganda" für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK.

      Dennoch verlängerte Naki seinen Vertrag in der Türkei, spielt weiterhin für den kurdischen Drittligisten Amed SK. Er sagte dazu: "Würde ich die Türkei verlassen, wäre das ein Eingeständnis eines Fehlers. Aber ich habe nichts Falsches gemacht."

      Meine Meinung: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das von Naki nun mutig oder dumm ist. Er spielt mit dem Feuer. Ich würde das nicht machen und stattdessen mein Glück in einem anderen Land suchen.
      Ich will hier nun nicht politisch werden, zumal sich da auch jeder eine eigene Meinung bilden kann, aber ich würde deine Frage @Engin mit mutig beantworten. Sicherlich bewertet man das aus unserer Perspektive anders. Wenn man aber in einem Land aufgewachsen ist, bzw. auch in einer Kultur, wo der eine den anderen im Zweifel unterdrückt und drangsaliert, dann hat man irgendwann auch keine Angst vor Repressalien mehr. Dann zählt irgendwann das eigene Schicksal nicht mehr so sehr, wie es die höhere Sache tut. Sicherlich hätte er die Möglichkeit ins Ausland zu gehen, aber der Sache wäre das nicht dienlich. Er setzt mit seinem Engagement ein klares Zeichen und das finde ich mutig. Ich erwarte nicht, dass das jeder tut. Das muss jeder für sich wissen und mit sich ausmachen. Ich finde es aber gut, dass es Menschen gibt, die eben nicht zurückweichen, egal welche Konsequenzen daraus folgen. Das braucht es, um auch einer Bewegung und einer Entwicklung wie der in der Türkei Grenzen zu setzen. So schwierig das sein mag.

      Alles Weitere stecke ich mir zur Thematik, weil das hier zu weit führen würde. Danke aber für den Beitrag Engin!

      Marvin schrieb:

      Wenn man aber in einem Land aufgewachsen ist, bzw. auch in einer Kultur, wo der eine den anderen im Zweifel unterdrückt und drangsaliert, dann hat man irgendwann auch keine Angst vor Repressalien mehr.

      Ja, nur ist er nicht in der Türkei aufgewachsen. Geboren wurde er in Düren und hat bis zu seinem Wechsel 2012 von Paderborn zu Genclerbirligi immer nur in Deutschland die Fußballschuhe geschnürt. Aber wenn er diese Bindung zur Türkei trotzdem hat, dann soll er seinen Weg gehen - nur halte ich diesen für ziemlich aussichtslos.
      Das stimmt natürlich. Dennoch ist es ja bei Türken wie auch bei Kurden so, dass die Kultur auch weiterhin hochgehalten wird, selbst wenn sie im Ausland leben. Ich habe selbst einen sehr guten kurdischen Freund der hier aufgewachsen ist und man muss sagen, dass bestimmte Dinge fast schon in der DNA verankert sind. Das liegt einfach an der Erziehung und sie werden natürlich durch ihre Familien geprägt, die meist aus der Türkei eingewandert sind.

      Natürlich weiß ich nicht, wie Deniz Naki aufgewachsen ist oder wie er denkt, aber seine Aussagen und Handlungen sprechen ja für sich. Wie gesagt, am Ende muss das jeder mit sich selbst ausmachen. Und sicherlich mag das aussichtslos erscheinen, sehe ich nicht anders, aber manchmal zählt eben auch das nicht.
      Im türkischen Supercup zwischen Pokalsieger Konyaspor und Meister Besiktas trafen zwei politische Lager aufeinander. Die Gewalt im Stadion eskalierte.

      Trauriger Höhepunkt: aus dem Fanblock der Heimfans warf jemand ein Klappmesser auf Ricardo Quaresma. Es verfehlte den Portugiesen nur knapp. Das Spiel wurde trotzdem fortgesetzt.

      Auch nach Abpfiff fand die Gewalt kein Ende. Es gab einen Platzsturm, Fans prügelten auf Sicherheitskräfte ein. Die Polizei konnte gerade noch verhindern, dass Konya-Fans auch noch den Auswärtsfanblock stürmten.

      welt.de | Aus der Erdogan-Kurve fliegt ein Klappmesser aufs Feld