Angepinnt Deutsche Nationalmannschaft

      Es wird jetzt mal Zeit dass mal einige aus der NM zurücktreten. Nicht unbedingt weil sie nicht mehr gut genug wären, sondern damit ein neuer frischer Wind Einzug hält. Und es muss mal vorbei sein mit den Gefälligkeiten gegenüber einzelnen Spielern. Wenn ich das Motto ausgebe, dass die Saisonleistung in den Vereinen viel zählt, dann kann ich z.B. keinen Draxler, Trapp mitnehmen, denn die haben in ihren Vereinen ja kaum gespielt.
      Die Grobheit besiegt jedes Argument und verscheucht allen Geist.
      -- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph

      Ermel668 schrieb:

      Wenn ich das Motto ausgebe, dass die Saisonleistung in den Vereinen viel zählt, dann kann ich z.B. keinen Draxler, Trapp mitnehmen, denn die haben in ihren Vereinen ja kaum gespielt.

      Weil ich vorhin auch dachte, dass Draxler kaum gespielt hätte, habe ich es extra noch mal nachgeschaut. Draxler hat in dieser Saison 47 Pflichtspiele für PSG bestritten, 29 davon in der Startelf.

      Bei Trapp stimmt es allerdings. Der durfte bloß in den beiden französischen Pokalwettbewerben und in vier Ligaspielen ran. Macht zusammen 13 Pflichtspiele in dieser Saison.
      Anscheinend haben zwei unserer Spieler einen Schweden (Lustig) nach dem Spiel dumm angemacht.
      Der findet unser Ausscheiden jetzt gar nicht mal so unlustig (Wortspiel), verständlicher Weise.
      Ohne genau zu wissen, wer das jetzt genau war, kann ich mir lebhaft vorstellen, von welchem Verein die kamen …

      msn.com/de-de/sport/wm/lustig-…r-AAzhjxd?ocid=spartanntp
      Wo gestern noch ein Licht war, ist heut' kein Licht mehr sichtbar.
      Ist unser Leuchtturm ausgebrannt?
      Weil alles auf dem Spiel steht und keiner weiß mehr wie das Spiel geht und keiner weiß wo lang.
      Ist unser Leuchtturm ausgebrannt?
      Leuchtturm (Jennifer Weist und Peter Maffay)
      Jegliche Gemeinsamkeiten mit der momentanen Situation sind rein zufällig.



      Engin schrieb:

      Die Erdogan-Affäre [...] „war ein Riesenthema und wurde unterschätzt“, so Khedira.

      Quelle: welt.de
      Bei Mesut war es möglicherweise ne Eselei und damit eine lässliche Sünde . Ilkay ist zu helle ,um nicht zu bemerken ,mit wem er sich einlässt. Kann ja sein ,daß es auf Druck der Familie zu diesem treffen gekommen ist. Emre Can hat gezeigt,daß es auch anders geht und so ist das Fazit,daß der Plan die Politik aus dem Sport herauszuhalten immer wiede zum Scheiten verurteilt ist.Die neuen starken Männer auf dieser Welt werden sich immer wieder gefragt oder ungefragt auf dieser Bühne präsentieren und Fifa und Uefa halten still,weil diese Jungs über die nötige Knete verfügen ,auf die die Funktionäre so scharf sind.
      Nebenkriegsschauplatz Erdogan-Affäre, schon wieder. Klar, einfacher Sündenbock, dann liegt die Schuld nicht bei einem selber (Khediera).

      Jungs und Mädels hier im Forum, lasst euch davon nicht von den eigentlichen Problemen ablenken.

      1. Einige Spieler sind (aus verschiedenen Gründen) nicht mehr so gut wie noch vor 4 Jahren.

      2. Fast alle Spieler haben eine mässige Saison hinter sich (Ausnahme: Kroos). Vor 4 Jahren kamen die Buyern- als auch die BvB-Spieler mit der ganz breiten Brust zur NM (auch wenn die BvB Spieler kaum auf dem Feld standen, da ist einfach viel Sieger-Mentalität dabei gewesen). Die Bundesliga ist einfach nicht mehr so stark wie noch vor 4 Jahren.

      3. Löw hat einen Matchplan. EINEN. Ballbesitz, 4-2-3-1, hohe Außenverteidiger, einrückende Außenstürmer, Ballzirkulation. Dies hat man in allen drei Spielen zu praktiziert. Wenn dieser Matchplan nicht funktioniert hat (z.B. weil der Gegner sich darauf eingestellt hat), gab es keinen Plan B.
      Weiterhin kommen einige Spieler schlecht mit der Mannorientierung im letzten Drittel der Abwehrreihen zurecht. Müller ist ein super Beispiel. Er war immer dann gut, wenn er die entstehenden Räume frühzeitig erkannt und ausgenutzt hat. Da war er Spitze. Steht ihm aber ein Manndecker auf den Füßen, bricht sein Spiel in sich zusammen. Da hat Deutschland aber auch kaum Spieler, die mal ein 1 vs. 1 erfolgreich bestreiten können.

      4. Nach den ersten beiden Spielen wurde den Spieler offensichtlich eingetrichtert, in der Offensive kein allzu großes Risiko einzugehen. Das hatte dann zur Folge, dass eigentlich nur noch Sicherheitspässe gespielt wurden. Das kann man so machen, aber dann bitte auch schnelle Sicherheitspässe. Spanien macht das seit Jahren vor. 60 Minuten kurze Sicherheitspässe, schnell den Ball zirkulieren lassen, um in den letzten Minuten einen stehend KOen Gegner abzuschießen. Das funktioniert aber nicht, wenn man für jedes Abspiel 3 Kontakte braucht und wenn die Zirkulation auf die andere Spielhälfte dem Gegner körperlich nichts abverlangt.

      5. Das Leistungsprinzip wird auf Grund einiger Spieler außer Kraft gesetzt. Was heisst das z.B. für Spieler die hinten drann sind bzw. eigentlich auf den Platz gehören (ter Stegen, etc)? Ich sage nicht, dass man wegen Neuer ausgeschieden ist, er hat einen ordentlichen Job gemacht. Aber die Frage ist, was das mental mit den Spielern macht? Die einen sind sich sicher auf dem Platz zu stehen, die anderen glauben zu wissen, dass sie nichts tun können, um in die 1. Elf zu rutschen. Dabei ist es völlig irrelevant, ob dem auch so ist.

      Wie geht es nun weiter? Gute Frage.

      Der DFB hat sich sicherlich einen Bärendienst erwiesen vor der WM mit Löw um weitere 2 Jahre zu verlängern. Was die Verantwortlichen dazu getrieben hat, kann ich nicht erklären. Wenn man Löw nun entlässt müsste eigentlich der Präsident mit den Hut nehmen. Ob Löw bereit und in der Lage ist einen personellen Umbruch durchzuführen als auch mehr Flexibilität in sein Spiel einzubauen, wird man dann sehen.
      Alternativen auf dem Trainermarkt sind halt auch nicht groß vorhanden (oder weiss hier jemand ein paar gute Kandidaten?).

      In 2 Jahren ist dann wieder EM, bis dahin wird man eine neue Mannschaft mit hoffentlich besseren Vorrausetzungen haben.
      Die Grobheit besiegt jedes Argument und verscheucht allen Geist.
      -- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph

      Ermel668 schrieb:

      Klar, einfacher Sündenbock, dann liegt die Schuld nicht bei einem selber (Khediera).
      Hier sollte man schon fair bleiben, Ermel.
      Er hat ständig sich selbst genannt und dass er einer derjenigen sei, die hätten voran gehen müssen. So viel Zeit und Wahrheit sollte bleiben, auch wenn ich ihn nicht wirklich mag.


      Ermel668 schrieb:

      2. Fast alle Spieler haben eine mässige Saison hinter sich (Ausnahme: Kroos).
      Und o.g. Khedira!
      Der hat Juve aber mal richtig gepusht - bärenstark dort!


      Ermel668 schrieb:

      3. Löw hat einen Matchplan. EINEN. Ballbesitz, 4-2-3-1, hohe Außenverteidiger, einrückende Außenstürmer, Ballzirkulation.
      1. Sieht er nix anderes in der BuLi.
      2. Können die meisten/Vakanten nix anderes in der BuLi. Komplett BMG kannst du auch nicht da hinstellen, Vestergaard zB könnte unsere Hymne nicht :P ^^

      Ermel, der europ. Fußball ist "verpept", wenn nicht gerade südamerik. Trainer an der Linie losgelassen werden oder von "auffer Tribüne" grüßen :D

      Annähernd jeder Trainer faselt doch mittlerweile diese Scheiße mit "Ball halten", "Sicherheit lalala" und weiteren Dreck ins Mikro. Motto:
      Hauptsache die Defensive steht.

      Und Ideen? Mutiert zum Fremdwort!
      Hervorragender Text von Schwatzgelb.de als Trost für Marco:

      schwatzgelb.de/2018-06-29-unsa-senf-lieber-marco.html
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      Ermel schreibt in seinem strukturierten post sehr viel auch für mich zutreffendes.

      Trotzdem möchte ich ein wenig Khedira im Kontext seines Interviews verteidigen. Er wurde auf diesen Erdogan-Schwachsinn angesprochen, und hat gesagt, dass dieses Thema in der Tat unterschãtzt wurde. Ich könnte dabei sagen, von mir auch. Ich dachte vor einer WM sollte man sportliches im Auge haben, und keinen solchen pseudopolitischen Mist. Khedira sagte aber auch, dass dieses Thema keine Entschuldigung fürs Ausscheiden sei. Die Ursache dessen sei seine sportliche Leistung und die seiner Mitspieler. Wobei er seine schwache Leistung im Moment nicht erklären könne, weil er eine starke Saison gespielt habe.

      WENN das Thema eine Entschuldigung sein sollte, dann in meinen Augen aufgrund derer, die dies zu einem solchen Thema gemacht haben. Grossenteils die Medien die sich vor einer WM lieber mit Nebenkriegsschauplätzen anstatt mit sportlichen Aspekten befassen, was man im Kontext einer sportlichen Sicht und Vorbereitung auf ein solches Turnier durchaus arrogant nennen darf. Ein frühes Ausscheiden hat man sich so jedenfalls redlich verdient. Auch die Presse hat Verantwortung im Umgang mit Nationalspielern.
      "Der Unterschied zwischen Wahnsinn und Genie definiert sich lediglich aus dem Erfolg"
      (J. Bond)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hendrik“ ()

      Ich mag deine, manchmal ganz verquere, Denkweise, aber hier ist mir das dann doch etwas zu kurvig!

      Hendrik schrieb:

      WENN das Thema eine Entschuldigung sein sollte, dann in meinen Augen aufgrund derer, die dies zu einem solchen Thema gemacht haben. Grossenteils die Medien die sich vor einer WM lieber mit Nebenkriegsschauplätzen anstatt mit sportlichen Aspekten befassen, was man im Kontext einer sportlichen Sicht und Vorbereitung auf ein solches Turnier durchaus arrogant nennen darf. Ein frühes Ausscheiden hat man sich so jedenfalls redlich verdient. Auch die Presse hat Verantwortung im Umgang mit Nationalspielern.
      Liest sich für MICH so, als sollten die N11-Kicker zwecks optimaler Vorbereitung, "Narrenfreiheit" genießen dürfen.

      Damit würde aber mE Ursache/Folge vertauscht, was nicht funktionieren sollte.
      Die (seriösen!) Medien hier an den Pranger zu stellen wäre für mich genau so ein No-go, wie alle Amis dafür verantwortlich zu machen, dass des DJ's (implantiertes) Wiesel Dünnschiss hat.
      Die Spieler haben Fakten geschaffen, nicht über Twitter und auch keine #fakenews - Diese zu bewerten und somit zu qualifizieren hat nix mit der Qualifikation fürs AF zu tun, sondern MUSS aufgearbeitet werden. Hier gibt es - sagen wir mal, auffälliges - Gedankengut, das war nicht mal kurz 'n Kaugummi "gemopst"...

      Richtig wäre mE gewesen, 2 andere Akteure mitzunehmen. Damit wäre alles abgefrühstückt worden. Aber nee, da muss noch der Steinmeier herhalten, damit unser Mittelfeld (auch dann nicht) funktioniert.
      Dass Özil und Gündogan wegen der Affäre nicht frei im Kopf waren, kann ich mir gut vorstellen. Aber für die anderen Spieler sollte das mMn keine wirkliche Rolle gespielt haben. Man könnte sogar sagen, die hätten freier sein können, weil sie ein bisschen aus dem Fokus gerückt sind.

      Das Thema Leistungsprinzip ist da schon viel zielführender. Dass nicht nach Leistungsprinzip aufgestellt wurde, hat sich mMn durch die ganze Ära Löw gezogen und nun ist das Kartenhaus mit den von @Ermel668 sehr schön skizzierten Wechselwirkungen eben mal zusammengebrochen.
      "Muss denn so was wirklich sein? / Ist das Leben nicht viel zu schön? / Sich selber so wegzuschmeißen / und zum FC Bayern zu gehen! / Was für Eltern muss man haben, / um so verdorben zu sein, / einen Vertrag zu unterschreiben / bei diesem Scheissverein?"

      Bdn130671 schrieb:

      Anscheinend haben zwei unserer Spieler einen Schweden (Lustig) nach dem Spiel dumm angemacht.
      Der findet unser Ausscheiden jetzt gar nicht mal so unlustig (Wortspiel), verständlicher Weise.
      Ohne genau zu wissen, wer das jetzt genau war, kann ich mir lebhaft vorstellen, von welchem Verein die kamen …

      msn.com/de-de/sport/wm/lustig-…r-AAzhjxd?ocid=spartanntp


      Da würde ich aber gern auch die andere Seite hören. Mal angenommen, Lustig hat während des Spiels den einen oder anderen dummen Spruch gebracht – und schon relativiert sich das. Tendenziell würde ich ihm allerdings Glauben schenken, weil ich in der Vergangenheit bei einzelnen deutschen Spielern schon gesehen habe, wie schlechte Sportsmänner sie sind (z.B. gibt es von der WM 2014 ein Video, in dem Draxler Großkreutz richtig eklig vorführt), und weil mir Bierhoffs Aussagen nach dem Schweden-Spiel auch nicht gerade so klangen, als würde man ein solches Verhalten aus den eigenen Reihen ernsthaft sanktionieren.
      "Muss denn so was wirklich sein? / Ist das Leben nicht viel zu schön? / Sich selber so wegzuschmeißen / und zum FC Bayern zu gehen! / Was für Eltern muss man haben, / um so verdorben zu sein, / einen Vertrag zu unterschreiben / bei diesem Scheissverein?"
      Rotti, ich sage nicht, dass Nationalspieler vor einer WM seitens der nationalen Presse "Narrenfreiheit" verspüren müssen. Wenn allerdings Schlüsselspieler wie Özil und Gündogan im Vorfeld in der Presse mit Gülle überschüttet werden, muss man wissen, dass dies Konsequenzen hat. Jeder minderbemittelte "Fan" fühlt sich legitimiert, sie zu beschimpfen und zu beleidigen. Sie werden destabilisiert und das zeigt sich in ihrer Leistung.

      Bernard Hinault als Mitvertreter des Organisationskomitees der Tour de France wird momentan nicht müde in jedes Mikro zu brüllen, dass Chris Froome aufgrund einer seitens des Antidopingverbandes bisher nicht geahndeten Unregelmässigkeit in der letzten Vuelta nicht an der Tour de France teilnehmen sollte. Seine Teilnahme würde einen Skandal darstellen. Wenn Froome in den nächsten Wochen vor, während oder nach einer Etappe von einem schwachsinnigen "Fan" angegriffen werden sollte, wäre ich nicht überrascht. Wenn man in der Position ist, die Massen über die Medien meinungsmässig leiten zu können , trägt man auch Verantwortung für mögliche Folgeschäden.
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      (J. Bond)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Hendrik“ ()

      Ermel668 schrieb:

      Nebenkriegsschauplatz Erdogan-Affäre, schon wieder. Klar, einfacher Sündenbock, dann liegt die Schuld nicht bei einem selber (Khediera).

      Ich möchte etwas aus dem Artikel ergänzen, damit kein falscher Eindruck entsteht.

      „Kein einziger Spieler ist an sein Topniveau rangekommen. Aber ich will der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Khedira der „Bild“. Er wolle lieber „meine eigenen Auftritte aufarbeiten. Ich habe in Turin die wohl beste Saison meiner Karriere gespielt… Und dann passieren solche zwei Spiele von mir. Meine Mitspieler und ich werden völlig zu Recht so hart kritisiert.“

      Quelle: welt.de
      @Engin Gut dass Khediera das einsieht.

      Allerdings meinte ich mit meiner Äußerung eher dieses Forum hier. Denn allzu gerne springen hier einige Leute auf solche, ich nenne sie mal so, Boulevard-Themen auf und vergessen das Sportliche. Sicherlich mag die Erdogan-Nummer etwas Unruhe reingebracht haben, aber erklären oder noch schlimmer entschuldigen kann sie das sportliche Abschneiden nicht.
      Die Grobheit besiegt jedes Argument und verscheucht allen Geist.
      -- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph

      Ermel668 schrieb:

      @Engin Gut dass Khediera das einsieht.

      Allerdings meinte ich mit meiner Äußerung eher dieses Forum hier. Denn allzu gerne springen hier einige Leute auf solche, ich nenne sie mal so, Boulevard-Themen auf und vergessen das Sportliche. Sicherlich mag die Erdogan-Nummer etwas Unruhe reingebracht haben, aber erklären oder noch schlimmer entschuldigen kann sie das sportliche Abschneiden nicht.


      manchmal ist es aber auch umgekehrt, wir sprechen Dinge im Forum an, die dann woanders mit anderen Worten wiederholt werden

      Letztlich gibt es immer äußere Einflüsse, die ein Spiel beeinflussen können. Das können persönliche Dinge sein: Stress mit der Partnerin, Elternteil schwer krank, aber auch Dinge, die alle betreffen: Angst vor Terroranschlag. Außerdem sollte man den Spielern nicht grundsätzlich alles als "ausrede" ankreiden, wenn sie nach Erklärungen für ihre Leistung suchen. Der Mensch ist nunmal keine Maschine. Neuer sagte schon nach dem ersten Spiel, dass die Erdogan-Affäre ein Riesenthema in der Mannschaft war. (er hat es nicht direkt als Entschuldigung verwendet, aber es wurde wohl heiß diskutiert)

      Und nun nehme ich ganz persönlich Stellung: Wäre ich NAtionalspieler, hätte ICH ein riesiges Problem damit gehabt, mit Özil und Gündogan weiter in einer Mannschaft zu spielen. Natürlich wäre es gegangen und ich wäre auch nicht abgehauen, aber dennoch wäre da immer etwas zwischen mir und den beiden gewesen. Da wurde Vertrauen zerstört. Kann an mir liegen, da ich ungern mit Kollegen zusammenarbeiten, die ihren Vorgesetzten in den Hintern kriechen, denke aber, dass ich damit nicht der einzige bin. Ich glaube auch nicht, dass sich daran nur ein Intellektueller wie Hummels stößt, sondern dass alle, die nen halbwegs gesunden Menschenverstand haben, völlig irritiert waren. Kann mir schon gut vorstellen, dass so etwas das Mannschaftsklima vergiftet hat. Ich hoffe, der DFB zieht daraus seine Lehren. Bin gespannt, wenn in 5 oder 10 Jahren die ersten Biografien erscheinen, was dann so geschrieben wird. Ich bin bestimmt kein Patriot und bin auch nicht stolz, Deutscher zu sein, aber ich möchte auch nicht mit Leuten zu tun haben, die ihre Hand am kleinen Präsidenten von Erdogan hatten. Und natürlich würde ich mit meinen Mitspielern darüber reden - und auch Özil und Ilkay würde ich klar machen, dass mich das zutiefst entsetzt hat, wie sie sich so missbrauchen lassen konnten. Und nun stellt sich die Frage: Hätte dies Auswirkungen auf mein Fußballspiel?
      Im Nachhinein haben es immer alle vorher gewusst.

      "Ich glaube nicht, dass die Angst vorm Verlieren dich eher zum Sieger macht, als die Lust aufs Gewinnen." (Jürgen Klopp)

      Telemach schrieb:

      Und nun nehme ich ganz persönlich Stellung: Wäre ich NAtionalspieler, hätte ICH ein riesiges Problem damit gehabt, mit Özil und Gündogan weiter in einer Mannschaft zu spielen.

      Wo hört denn dein Problem auf? Hast du dann auch ein Problem wenn jemand Merkel gut findet? Oder Trump? Oder Helene Fischer?

      Du hast ein komisches Verständnis von Professionalität.
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      -- Arthur Schopenhauer (1788 - 1860), deutscher Philosoph
      Ich muss offenbar echt was übersehen, dass man das Gewesene mit Professionalität erklären kann.

      BITTE, helft mir. Ich verstehe diese Abwiegelungen nicht.

      Man muss Amerika und das Drumherum nicht gut finden, schon gar nicht in Zeiten eines Trump.

      Aber hätte da jemand ein Bild vom Treffen mit Kim Ding-Dong und einem Shirt mit den Worten "... mein Präsident ..." in die Kamera gehalten, der könnte gar nicht mehr für die USA spielen, weil der 1 Stunde später aus dem Land geflogen würde ... auch als koreanischer Immigrant noch vor Trump-Zeiten.

      Wahlweise könnte man hier auch Franzosen mit kongolesischen Wurzeln nennen.

      WAS verstehe ich nicht?!
      Es geht darum, dass man sich seine Mitspieler nicht nach politischen Ansichten aussuchen kann. Wenn es danach ginge, käme schwierig je ein homogenes Team zusammen. Wer weiß? Vielleicht hat Pulisic ja Trump gewählt (der mit Sicherheit nicht weniger verdorben und abstoßend ist als Erdogan)? Sollte man ihn deshalb als Mitspieler meiden? Nein, das schießt deutlich über das Ziel hinaus, und wäre – eben – unprofessionell.
      "Muss denn so was wirklich sein? / Ist das Leben nicht viel zu schön? / Sich selber so wegzuschmeißen / und zum FC Bayern zu gehen! / Was für Eltern muss man haben, / um so verdorben zu sein, / einen Vertrag zu unterschreiben / bei diesem Scheissverein?"
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