Selbstbedienungsladen BVB

  • Willkommen im Selbstbedienungsladen Borussia Dortmund – Alles was sie hier sehen können sie erstehen. Egal ob wir verkaufen wollen oder nicht. Abgerechnet wird an der Kasse. Der Preis kann selbst bestimmt werden. Rabatte können jederzeit gewährt werden und sollten sie etwas zum Tausch anbieten, nehmen wir das auch noch. Platz ist ja dann genug da.

    So oder so ähnlich könnte es dem geneigten Fan in den letzten Tagen und Wochen gehen, wenn er die Medien, egal ob nun professionell oder den Social-Bereich, verfolgt und sich dabei des Eindrucks nicht erwehren kann, dass der BVB zum größten Trödelmarkt diesseits des Atlantiks geworden ist. Da wird geschachert und gehandelt, ohne dass überhaupt etwas zum Verkauf stünde.

    In den vergangenen Tagen haben wir Ousmane Dembele mindestens zehn Mal an den FC Barcelona verkauft, für gefühlte 500 Millionen Euro – mindestens. Aubameyang steht inzwischen bei drei bis fünf Vereinen unter Vertrag, außer dem BVB. Macht ja nichts, denn auch hier haben wir das Bruttoinlandsprodukt von Liechtenstein eingenommen – mindestens. Und wo wir gerade dabei sind - Auch Raphaël Guerreiro und Marc Bartra haben uns Richtung Ost, West oder Süd verlassen. Geld haben wir da erst gar keines genommen. Wir haben ja jetzt genug.

    Der Anfang dieses Blogs mag etwas unsachlich, polemisch, zuweilen auch sarkastisch anmuten. Fakt ist jedoch – Der BVB scheint für das primär europäische Fußballausland so etwas wie eine Anlaufstelle für Spielerersatz zu sein. Natürlich wissen auch wir nicht, was von all den Gerüchten denn nun wirklich stimmt, aber wie so oft wird bei alledem auch ein Quäntchen Wahrheit dabei sein. Da werden dann teils Summen aufgerufen, für Spieler, die hier noch vier Jahre unter Vertrag stehen, dass einem die Ohren sausen (tun).

    Wie geht man nun damit um? Fühlt man sich von dem Interesse geehrt? Kann der BVB stolz darauf sein, dass er mittlerweile etliche Spieler in den eigenen Reihen hat, nach denen sich die Konkurrenz bereits morgens nach dem Aufstehen die Finger leckt? Ja, natürlich dürfen wir stolz darauf sein. Es spiegelt auch unser Standing wieder. An dieser Reputation haben wir lange arbeiten müssen.

    Doch dann stellt sich im Gegenzug wiederum die Frage - Wie viel ist dieses Standing wert, wenn angesehene Vereine meinen, sie könnten den BVB wie einen, ich sage es noch einmal, Selbstbedienungsladen behandeln und über seinen Kopf hinweg Spieler anvisieren, die der BVB überhaupt nicht plant abzugeben? Das ist nicht zuletzt auch eine Frage des Respekts und des Anstandes. Und genau, dass viele Vereine eben diesen vermissen lassen, das darf man kritisieren.

    Es ist einerlei, wenn Vereine beim BVB anfragen. Das gehört zum Geschäft dazu. Da nimmt man das Telefon in die Hand, wählt die 0231, und lässt sich mit Susi oder alternativ mit Aki verbinden. Alles in Ordnung. Wenn das aber nicht passiert und plötzlich über die Medien kolportiert wird, was ja nicht selten auch Kalkül und bewusste Weitergabe solcher Infos ist, dass man Spieler XYZ gerne für Summe <hierZahleinsetzen> hätte, dann hört es eben mit der Freundschaft und Freundlichkeit auf.

    Es müsste auch den Top-Vereinen in Europa mittlerweile klar sein, dass der BVB nicht mehr genötigt ist, jeden Spieler abzugeben, der nur irgendwie Geld in die Kassen bringt. Und Spieler hinter dem Rücken des BVB verrückt zu machen, das geht schon mal gar nicht. Das ist nicht zuletzt schon kriminell. Und wenn es diese Vereine nicht von selbst verstehen, dann ist es am BVB, es eben diesen klar zu machen. Heute mehr denn gestern. Wenn unser selbst erarbeitetes Standing eines Wert ist, dann das – Wir dürfen selbstbewusst auftreten!

    Der BVB befindet sich aktuell in einer Phase der Emanzipation. Dem nächsten Schritt hin zu den vermeintlichen Top-Vereinen. Das ist nicht immer leicht, weil man zwischen Wirtschaftlichkeit und sportlichem Erfolg, aber auch der Außendarstellung und Attraktivität abwiegen muss. Und natürlich lassen sich solche Dinge zuhause vom Sofa sowieso immer einfacher darstellen. Für Aki, Susi und Co bedeutet das viel Arbeit und ein Patentrezept gibt es dabei auch nicht.

    Dennoch scheint jetzt der Zeitpunkt, an dem man auch mal Nein sagen darf. Nein, dieser Spieler ist nicht zu haben. Nein, du kannst mit vier Jahren Vertrag nicht bereits nach einem Jahr wieder gehen. Dass es immer wieder Spieler geben wird, bei denen Summen aufgerufen werden, bei denen der BVB abwägen muss, ob er das Geld braucht oder die spielerische Qualität, das ist ganz normal und gehört zum Geschäft und auch zum Wachstumsprozess. Und dass man immer zwischen seinen Entscheidungen abwägen muss, um auch zukünftig Talente anzulocken und diese zu halten, auch das ist normal. Aber alles hat eben seine Grenzen.

    Denn auch wenn es so wirken mag – Der BVB ist eben kein Selbstbedienungsladen. Nicht mehr! Und wer das nicht versteht, dem muss man es im Zweifel auch deutlich sagen. Wie zuletzt Susi bei Dembele. Und dann muss man natürlich auch dazu stehen. Im Zweifel auch mal, obwohl es der Spieler und seine Beratermeute anders sehen. Dann ist er eben beleidigt. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Steht man nicht dazu, dann macht man sich unglaubwürdig und es nimmt einen niemand mehr ernst. Nicht die eigenen Fans und schon gar nicht die Konkurrenz.

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Kommentare 3

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    BVBTreuEr -

    Danke für diesen tollen Blog!!! Aber eines möchte ich gerne dazu sagen (so, wie ich es zumindest teilweise sehe). Die Tatsache, dass sich nach Berichten diverser Medien ANGEBLICH unzählige Vereine mit (auch bzw meist!) langfristig an den BVB gebundenen Spielern intensivst beschäftigen, hat m.E. (!) AUCH einen anderen Grund: Herr A.W. hängt ja (ebenfalls ANGEBLICH!) vielen unserer Schlüsselspieler ein Preisschild um den Hals, das gerne als verhandelbare Schmerzgrenze dargestellt wird! HIER würde ICH es begrüßen, unser GF würde dies unterlassen! Evtl wäre es dann bei unserem BVB und in dessen Umfeld um ein Vielfaches ruhiger - hauptsächlich während der Transferphasen!

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    Milka -

    Du schreibst mir aus dem Herzen. :)

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    09th -

    Die Situation hast du schön und Perfekt beshrieben, sie ist aber gar nicht so neu wie du sie vielleicht empfindest. Das war schon immer so, eine oder zwei gute Saison in Doretmund und dann aber in die Ferne. Einige dieser Verkäufe sind ja bereits zurückgekehrt, andere bereuen es vielleicht schon wieder. Aber erst wenn Spieler umdenken und sich wieder wirklich zum Verein bekennen und dort ihre Heimat sehen wird sich was ändern. Es gibt Spieler wie Auba, wohlk auch Dembele, Lew da weiß man gleich die denken international und sind damit kaum für immer zu binden. Das natülich die Presse diese möglichen Abgänge dann gerne auch herbei redet ist klar, die müssen ja was schreiben, egal ob es stimmt oder nicht. Wir sollten ruhig bleiben und uns auf das besinnen was wir sind und können. Wir machen aus den Möglichkeiten das beste und hoen so viel Titel und Pokal wie möglich und dabei versuchen wir einen attraktiven Fußball zu spielen, mit den Spielern die in unserem Kader sind.