Thomas Tuchel - Ein Abschied in Zahlen

  • Was man Thomas Tuchel an möglichen Defiziten vorhalten kann, darüber lässt sich in hohem Maße maximal spekulieren. Eine solche Bewertung ist nicht zuletzt auch immer eine der persönlichen Wertung und selten rational oder gar sachlich zu erörtern.

    Was sich allerdings sachlich und vor allem auch anhand von Zahlen bewerten lässt, ist die rein sportliche Bilanz des Thomas Tuchel. Am Ende einer solchen Ära, so kurz sie auch gewesen sein mag, steht immer auch eine Wertung von sportlichen Erfolgen und Misserfolgen.

    Betrachtet man in diesem Fall den Trainer Tuchel auf rein sportlicher Ebene, dann fällt schnell auf, dass er hier alle Erwartungen erfüllen konnte. Gemessen an den teilweisen Ressentiments im Vorfeld seiner Verpflichtung, könnte man sogar meinen, dass er manche Erwartung noch übertroffen hat.

    Eine der wohl erstaunlichsten Zahlenfakten findet sich bei der Betrachtung der Spielbilanz. Tatsächlich hat Thomas Tuchel, zusammen mit der Mannschaft, innerhalb seiner Dienstzeit keines seiner Heimspiele in der Bundesliga verloren. Die Fans des BVB mussten also im heimischen Stadion seit zwei Jahren keine Niederlage erleben, lediglich sieben Unentschieden.

    Spielerisch lässt sich so manches Highlight ausmachen, zumindest was die nackten Zahlen angeht. Mit 8:4 bezwang man etwa seinerzeit Legia Warschau, das bis heute torreichste Spiel in der Historie der Champions League. Bereits bei seinem Antritt überzeugte Tuchel mit einem 4:0-Sieg und konnte diese Erfolgsserie über 11 Spiele hinweg aufrechterhalten – Vereinsrekord.

    Darüber hinaus ist Thomas Tuchel auch noch der bis dato beste Trainer des Vereins, gemessen an der generellen Punkteausbeute. Im Durchschnitt kam der Übungsleiter mit seiner Mannschaft auf 2,1 Punkte pro Spiel – ebenfalls ein Vereinsrekord. Überhaupt konnte Tuchel mit 78 erreichten Punkten 2015/16 das zweitbeste Gesamtergebnis der Vereinsgeschichte erzielen und die höchste Punktzahl eines Vizemeisters in der BL-Historie. In manch anderer Saison hätte das wohl zum Titelgewinn gereicht.

    107 Pflichtspiele stehen auf dem Konto von TT und in diesen wurden insgesamt 251 Tore erzielt, was pro Spiel 2,3 Tore ergibt. Von den 107 Spielen gewann die Mannschaft unter Tuchel 69, wobei weitere 20 unentschieden ausgingen. In der Summe wurden also lediglich 18 Spiele verloren.

    Mit dem BVB konnte er sich zudem jeweils direkt für die Champions League qualifizieren und ersparte dem BVB zudem den Umweg über die Qualifikation. In diesem Jahr erfolgte das Aus erst im Viertelfinale gegen den AS Monaco, unter, zumindest im Hinspiel, äußerst widrigen Bedingungen. Im DFB-Pokal reichte es jedes Mal für das Finale.

    Gekrönt hat Thomas Tuchel seine Zeit beim BVB dann auch mit dem Gewinn des DFB-Pokals, dem ersten größeren Titel nach 2012, wo man bekanntlich Deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger wurde. Damit hat Tuchel nicht zuletzt eine an Titeln gemessene Durststrecke beendet. Allein für diesen Titel wird er in die Geschichtsbücher des BVB eingehen und damit hat sein sportliches Erbe auch über seinen Weggang hinaus Bestand.

    Alles in allem hinterlässt Tuchel beim BVB eine sehenswerte Bilanz – Wie gesagt, bemessen an den reinen Zahlen und Fakten.

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Kommentare 2

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    Bdn130671 -

    Und dennoch kann man die zwischenmenschliche Komponente nicht ausblenden. Was nützen mir die schönsten Statistiken, wenn Aki seine Motarbeiter vor TT schützen muss, bevor sich der Verein von Innen heraus zerlegt? Ich vertraue in dieser Beziehung Aki vollumfänglich. Lediglich die Art und Weise hinterlässt einen faden Beigeschmack.

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    Engin -

    Danke! Das unterstreicht auch noch mal, welche Kompetenz TT hat. Dass man ihn gefeuert hat, kann uns noch sehr unangenehm nachhängen in den nächsten Jahren.