Die Geschichte von König Jürgen und dem Championsgral

  • Unser ehemaliger Übungsleiter besucht uns im Westfalenstadion. Für mich Anlaß genug ihm eine kleine Geschichte zu widmen und herzlich willkommen zu heißen:

    Vor langer, langer Zeit existierte das Königsreich Borussia. Dieses lag im Zank und war gespalten. Der größenwahnsinnige König Gerhard und sein willfähriger Berater Michaelus verpraßten das Geld mit vollen Händen. Sie holten die teuersten Ritter der ganzen Welt an ihren Hof und schon bald waren Sie nicht mehr in der Lage die teuren Turniere zu finanzieren, oder gar ihr Volk zu ernähren. Schon bald wurden sie zum Teufel gejagt. Doch von nun an herrschte noch mehr Unfrieden und das Land wäre fast von Molsiris dem Schrecklichen besetzt worden. Dies konnte durch den weisen Zauberer Merlaki noch so gerade verhindert werden. Dieser suchte von nun an nach einem Herrscher, der das Land wieder zu neuer Blüte führen könne. Doch alle Ritter, ob es der tapfere Bert, Jürgen der Unglückliche oder der lachende Thomas waren, alle erwiesen sich als zu schwach für das Amt des Königs. Keiner von ihnen war in der Lage das legendäre Schwert des Ottmar aus einem Amboß zu ziehen. Die Legende besagte, dass nur derjenige, der dieses Schwert zu lösen vermag, der rechtmäßige König der Borussen sei. Als wieder einmal ein Turnier in Tremonia, der Hauptstadt von Borussia, stattfand, nahm auch König Haydelnore aus dem fernen Mogontiacum teil. Doch hatte dieser sein Schwert vergessen. So schickte er seinen jungen Knappen Jürgen aus, ihm ein Neues zu suchen. Als dieser schon fast aufgeben wollte, kam er zum Marktplatz, auf dessen Mitte der Amboß mit dem Schwert des Ottmar stand. Erleichtert endlich ein Schwert gefunden zu haben, ging er zu dem Amboß und zog dieses mühelos heraus. Schlagartig war es still. Die Menschen schauten sich ungläubig an, einige knieten nieder, andere nahmen ihre Mütze vom Kopf und senkten ihr Haupt. Mit einem riesigen Knall und einer Rauchwolke erschien Merlaki. „Volk der Borussen, hört mich an. Dies ist euer neuer rechtmäßiger König! Jürgen Pendraklopp! Er wird die Borussen wieder einen und zu Wohlstand und Frieden führen.“. Und so geschah es. Der weise Merlaki stand König Jürgen immer mit Rat und Tat zur Seite und lehrte ihn ein weiser und gerechter König zu werden. Schon bald sprach sich der Ruhm und der Tatendrang des neuen Königs überall in der Welt herum. Aus aller Herren Länder kamen die Ritter nach Westfalot, der neuen Burg des Königs, an seine bald schon legendäre Tafelrunde. Da waren Sir Bumblebee, Sir Smelter, Sir Kevin, Sir Neven, der griechische Ritter Sir Sokratis, aus dem Fernen Osten der Samurai Shinji San, und viele andere. Doch einer stach selbst aus dieser Schar noch hervor. Der edelste und tapferste von ihnen war Sir Lewanlot. Es waren alles junge und tapfere Ritter. Sie gewannen alle Turniere, ob in Westfalot, oder auch an den Höfen anderer Herrscher.

    In einer dunklen Burg im fernen Bavarien saß die böse Zauberin Motzana le Fay und beobachtete das Treiben an König Jürgens Hof in einer Glaskugel. Widerwillig schüttelte sie ihr rotes Haar. „Nein, ihr sollt nicht glücklich sein! Das habt ihr nicht verdient!“. Sie war die Tochter von König Gerhard, der aus Borussia vertrieben wurde und kurz darauf verstarb. Seit diesem Tag sann sie auf Rache. Um ihre Pläne zu verwirklichen, schickte sie schon in jungen Jahren ihren einzigen Sohn Götzred als Knappen an den Hof von Westfalot. König Jürgen mochte den Jungen von Anfang an und schon bald liebte er ihn wie einen Sohn. Auch Götzred war ein begnadeter Ritter und gewann viele Zweikämpfe. Doch er war hochmütig und verschlagen und das machte ihn bei seinen Gefährten unbeliebt. Doch der König wollte oder konnte dies nicht sehen und das sollte ihm zum Verhängnis werden.

    Sir Lewanlot war dafür bekannt, dass er den Damen bei Hofe gerne Geschenke machte. Sie erhielten von ihm die teuersten Geschmeide, die er als Trophäen bei den Turnieren gewann. Da waren Teller aus purem Silber oder Vasen aus Gold und Edelsteinen. Seine Herzensdame war allerdings die Königin und Frau von König Jürgen, Viktoria. Viktoria liebte König Jürgen, aber am meisten liebte sie den Erfolg und diejenigen, die ihr den brachten. Dies blieb Götzred nicht verborgen und jedem träufelte er sein Gift in die Ohren: „Lewanlot, hast Du schon von der schönsten und größten Trophäe gehört? Dem heiligen Champions-Gral? Schenk ihn Viktoria und sie gehört Dir! Ich glaube aber nicht, dass Du unter diesem König jemals eine solche Trophäe gewinnen kannst“. „Meine Königin, ich hörte Lewanlot will den Hof verlassen, um woanders sein Glück zu suchen. Wer soll dann für uns die Turniere gewinnen?“. „Hoheit, ich wage es nicht zu sagen, aber habt ihr beobachtet, wie sich Lewanlot und die Königin ansehen?“.

    Der König bemerkte, dass die einst so ausgelassene Stimmung an seinem Hof einer Bedrücktheit wich, die alle erfaßte. Wieder einmal war es Götzred, der das Wort an den König richtete: „Mein Herr, wir sollten ein Turnier veranstalten. Was meint ihr? Uns mit den Besten zu messen, würde unsere Ritter wieder auf andere Gedanken bringen. Ich hörte die Bajuwaren sind im Besitz des heiligen Champion-Grals. Laden wir sie ein und kämpfen darum.“. „Was hätten wir dagegen zu setzen?“. „Setzt die Königin! Das wäre ein ebenbürtiger Preis.“. „Bist Du von Sinnen, Götzred?“. „Was soll uns passieren? Sir Lewanlot ist kein anderer Ritter gewachsen. Wir können gar nicht verlieren und wenn Lewanlot nicht die größte aller Trophäen gewinnen kann, wird er uns bald den Rücken kehren.“. Der König überlegte. „Vielleicht hast Du recht. Lade die Bajuwaren ein!“.

    Es war der Tag vor dem großen Turnier. Die Zauberin Motzana le Fay war mit ihrem Hofstaat nach Westfalot gekommen. Beim Festmahl hatte Sie den Ehrenplatz neben dem König und der Königin. Beiläufig flüsterte sie Viktoria ins Ohr: „Ihr gehört mir, Königin!“. „Was erlaubt ihr euch?“, fuhr diese sie an. Nun erhob Motzana ihre Stimme: „Ach, hört doch auf. Ihr geht dahin, wo der Erfolg ist und wo ihr hingeht, da geht Sir Lewanlot hin.“. Alles war verstummt und hörte nur noch auf die Worte der Zauberin. „Und wisst ihr was? Sir Götzred kämpft ab jetzt für Bajuwarien - er war schon immer Bajuware und ist mein Sohn!“. Jürgen schlug mit der Faust auf den Tisch: „Schweigt! Wir geben euch morgen die Antwort auf dem Turnierplatz……“.

    Die Borussen kämpften wie Löwen und hatten die Bajuwaren am Rande der Niederlage. Doch das Glück wendete sich und auch war der unparteiische Herold von Motzana verzaubert. Am Ende des Tages waren die Borussen geschlagen, der König schwer verletzt von der Hand Götzreds. Mit traurigen Augen gab Viktoria ihrem Jürgen einen Abschiedskuss und verließ zusammen mit Lewanlot, Götzred und den Bajuwaren Borussia.

    König Jürgen Pendraklopp erholte sich nie wieder von seinen Verletzungen. Die Borussen gewannen keine wichtigen Turniere mehr. Der Traum vom geeinigten Borussia schien ausgeträumt. Nach einigen Monaten erlag er seinem Kummer und seinen Verletzungen. Seinen Leichnam und das Schwert des Ottmar nahmen die Feen der Insel Mercien mit an einen Ort genannt Avapool. Dort wartet der König darauf wieder aufzuerstehen und das Königreich Borussia zu einen.

    Epilog

    Nach Jürgen Pendraklopp folgte Thomas der Gerechte. Einige Ritter verließen Westfalot, neue kamen hinzu. Alle einte der Traum eines Tages den heiligen Championsgral zu erringen. Wird es den Rittern um Sir Parzitarian und Sir Aubahad gelingen Pendraklopps Vermächtnis zu erfüllen?
    Fußball-Fans sind keine Verbrecher!!!



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Kommentare 9

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    Lechfeldborusse -

    Sir Björn - mit Verlaub Sie haben sich mit dieser Hofballade in schier unglaublichster Weise selbst übertroffen!! Wir erheben unsere Becher auf den Autor dieser denkwürdigen Geschichte auf dass er uns noch viele solche höchst erheiternde Beiträge schenken möge!!

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    usbjt -

    Ergebensten Dank, Sir Björnoppo :thumbup:

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      Bdn130671 -

      Es war mir eine Ehre.

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      easy -

      Und uns ein königliches Vergnügen in der Ehrenrunde. Camelot hat sich nass gemacht vor Vergnügen.

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    Engin -

    :thumbup:

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    brigitte15 -

    Klasse!

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    Floralys -

    Wow eine sehr schöne Geschichte.Mein Kompliment ^^